Sicherheit & Pflichten

Sicherheitskonzept für Veranstaltungen: Pflicht, Aufbau & Vorlage (2026)

Ab welcher Größe ist ein Sicherheitskonzept Pflicht? Was muss drinstehen? Hier bekommst du den kompletten Aufbau – mit Gliederungsvorlage zum Übernehmen.

  • Ab wann Behörden ein Konzept verlangen
  • Kompletter Aufbau mit 12 Kapiteln
  • Fluchtpläne, Sanitäter, Brandschutz erklärt
  • Word-Vorlage mit Ausfüllfeldern + Checkliste zum Ausdrucken

Teil 2 der Serie „Event organisieren“

Ausgefülltes Sicherheitskonzept von oben: Risiko-Matrix als Tabelle, darunter ein Lageplan des Veranstaltungsgeländes, daneben eine abgehakte Checkliste

Sicherheitskonzept – Orientierung

Kleine Events
selten verlangt
Größere Events
Behörde entscheidet im Einzelfall
Besondere Risiken
oft unabhängig von der Größe
Über 5.000 Besucherplätze
in Versammlungsstätten vorgeschrieben

Ab wann ist ein Sicherheitskonzept Pflicht?

Ob ein Konzept verlangt wird, hängt von Bundesland, Personenzahl, Veranstaltungsort und Risiko ab – feste bundesweite Schwellenwerte gibt es nicht. Verbindlich ist, was deine Kommune und die Versammlungsstättenverordnung deines Bundeslandes vorgeben. Frag deshalb frühzeitig beim Ordnungsamt nach.

Meist kein Konzept verlangt

  • Private Feiern im kleinen Kreis
  • Firmeninterne Events in eigenen Räumen ohne besondere Risiken
  • Kleine Vereinsfeste in bekannten Locations

Konzept häufig verlangt

  • Größere Events – ab welcher Zahl, legt die Kommune fest
  • Outdoor-Events auf öffentlichen Flächen
  • Events mit Pyrotechnik oder besonderen Risiken
  • Versammlungsstätten mit mehr als 5.000 Besucherplätzen (Muster-Versammlungsstättenverordnung)

Praxis-Tipp: Auch wenn kein Konzept verlangt wird, lohnt sich eines: Du denkst die Risiken einmal strukturiert durch. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen am Veranstaltungstag auch umgesetzt werden.

Aufbau: Die 12 Kapitel eines Sicherheitskonzepts

Eine gesetzlich festgelegte Gliederung gibt es nicht. Diese Struktur ist in der Praxis verbreitet und deckt die Themen ab, nach denen Behörden typischerweise fragen:

  1. Veranstaltungsbeschreibung

    Art, Ort, Datum, erwartete Besucherzahl, Programm-Ablauf.

  2. Veranstaltungsgelände / Lageplan

    Maßstäblicher Plan mit Aufbauten, Ein-/Ausgängen, Rettungswegen.

  3. Organisationsstruktur

    Verantwortliche Personen, Organigramm, Erreichbarkeiten.

  4. Gefährdungsanalyse / Risikobeurteilung

    Identifikation möglicher Gefahren (Wetter, Panik, Brand, Terror).

  5. Besuchermanagement

    Einlass-Steuerung, Kapazitätsgrenzen, Zählsysteme.

  6. Verkehrs- und Parkkonzept

    An-/Abreise, Parkflächen, ÖPNV-Anbindung, Sperrungen.

  7. Brandschutzkonzept

    Feuerlöscher, Brandwache, Materialien, Feuerwehr-Zufahrt.

  8. Sanitäts- und Rettungskonzept

    Sanitäter-Anzahl, Rettungswagen, Krankenhaus-Anbindung.

  9. Flucht- und Rettungswegeplan

    Breite, Beschilderung, Beleuchtung, Sammelplätze.

  10. Kommunikationskonzept

    Funk, Durchsagen, Alarmierungsketten, Leitstelle.

  11. Wetterlage / Abbruchkriterien

    Ab welcher Windstärke/Gewitter wird abgebrochen? Wer entscheidet?

  12. Nachbereitung / Dokumentation

    Protokollierung, Lessons Learned, Meldepflichten.

Fluchtpläne, Sanitäter & Brandschutz im Detail

Drei Symbole nebeneinander: Tür mit Fluchtweg-Pfeil, medizinisches Kreuz für den Sanitätsdienst, Feuerlöscher für den Brandschutz
Drei Maßnahmenblöcke, nach denen Ordnungsamt und Feuerwehr regelmäßig fragen.

Die konkreten Maße und Mengen legen die Bauordnung deines Bundeslandes, die Versammlungsstättenverordnung und die Auflagen von Behörde und Feuerwehr fest. Die Punkte unten zeigen, worauf es ankommt – stimme die Zahlen für dein Event immer vor Ort ab.

Flucht- & Rettungswege

  • Breite nach Personenzahl bemessen – die Muster-Verordnung nennt für Räume 1,20 m je 200 Personen
  • Kurze Wege zum nächsten Ausgang – in Räumen laut Muster-Verordnung höchstens 30 m
  • Beleuchtete Fluchtweg-Beschilderung
  • Keine Hindernisse, keine verschlossenen Türen
  • Sammelplätze definieren und kommunizieren

Sanitätsdienst

  • Umfang nach Besucherzahl und Risiko berechnen lassen, z. B. nach dem Maurer-Schema
  • Bedarf mit Hilfsorganisation oder Rettungsdienst abstimmen
  • Sanitätsstation im Lageplan einzeichnen
  • Zufahrt für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Kommunikation mit Leitstelle sicherstellen

Brandschutz

  • Anzahl und Standorte der Feuerlöscher mit Feuerwehr oder Brandschutzfachkraft festlegen
  • Brandwache, wenn die Feuerwehr sie fordert – etwa bei Pyrotechnik / offenen Flammen
  • Schwer entflammbare Materialien (B1) verwenden
  • Zufahrten und Aufstellflächen nach Vorgabe der Feuerwehr freihalten
  • Verantwortlichen für den Brandschutz vor Ort benennen

Gliederungsvorlage zum Übernehmen

Kopiere diese Gliederung als Startpunkt für dein eigenes Sicherheitskonzept:

Sicherheitskonzept – Muster-Gliederung

1. Deckblatt
   - Veranstaltungsname, Datum, Ort
   - Veranstalter (Name, Anschrift, Telefon)
   - Version & Datum der Erstellung

2. Veranstaltungsbeschreibung
   - Art der Veranstaltung
   - Erwartete Besucherzahl (max.)
   - Programm-Ablauf mit Uhrzeiten

3. Lageplan (maßstäblich)
   - Aufbauten, Bühnen, Zelte
   - Ein-/Ausgänge mit Breiten
   - Flucht- und Rettungswege
   - Feuerwehr-Zufahrten
   - Sanitätsstation

4. Organisationsstruktur
   - Veranstaltungsleiter
   - Sicherheitsbeauftragter
   - Verantwortlicher Brandschutz
   - Sanitätsleitung
   - Erreichbarkeiten (Handy-Nr.)

5. Gefährdungsanalyse
   - Risiko-Matrix (Eintritt × Schwere)
   - Maßnahmen pro Risiko

6. Besuchermanagement
   - Einlass-Steuerung
   - Kapazitätsgrenzen pro Bereich
   - Zählsystem

7. Brandschutzkonzept
8. Sanitätskonzept
9. Flucht- und Rettungswegeplan
10. Kommunikationskonzept
11. Wetter / Abbruchkriterien
12. Anlage: Genehmigungen, Versicherungen

Diese Gliederung ist ein Startpunkt. Frag beim Ordnungsamt nach, ob es eine eigene Vorlage oder zusätzliche Anforderungen gibt, und passe sie an dein konkretes Event an.

Die Gliederung oben als ausfüllbare Word-Datei mit Tabellen für Risiko-Matrix, Verantwortliche und Abbruchkriterien:

Vorlage & Checkliste herunterladen

Eine E-Mail-Adresse, zwei Dateien: die Word-Vorlage zum Ausfüllen am Rechner und die Checkliste zum Ausdrucken für die Kontrolle vor Abgabe.

Die beiden Dateien: links die Word-Vorlage mit Ausfüllfeldern und Tabellenraster, rechts die gedruckte Checkliste mit Kästchen zum Abhaken

Word-Vorlage zum Ausfüllen

  • Deckblatt mit Feldern für Veranstalter, Datum und Besucherzahl
  • Alle 12 Kapitel als vorbereitete Abschnitte
  • Risiko-Matrix für die Gefährdungsanalyse
  • Tabellen für Verantwortliche mit Erreichbarkeiten
  • Abbruchkriterien mit Grenzwert und Entscheider
  • Anlagen- und Verteilerliste

Checkliste zum Ausdrucken

  • Die 12 Kapitel zum Abhaken
  • Prüfpunkte für Fluchtwege, Sanitätsdienst und Brandschutz
  • Zeitplan bis zur Genehmigung
  • Endkontrolle anhand der 5 häufigen Fehler
  • Prüfliste für den Veranstaltungstag

Arbeitshilfe, keine Rechtsberatung – verbindlich sind die Auflagen deiner Kommune und die Versammlungsstättenverordnung deines Bundeslandes.

Keine Weitergabe an Dritte, kein automatischer Newsletter. Server in Deutschland. Sie können die Löschung jederzeit verlangen.

5 häufige Fehler bei Sicherheitskonzepten

  1. Copy-Paste ohne Anpassung

    Ein generisches Konzept aus dem Internet übernehmen, ohne es auf das eigene Event anzupassen. Behörden fällt das in der Regel auf.

  2. Fehlende Gefährdungsanalyse

    Nur Maßnahmen auflisten, ohne vorher die konkreten Risiken zu identifizieren. Die Analyse ist das Herzstück.

  3. Unrealistische Besucherzahlen

    Zu niedrige Zahlen angeben, um Auflagen zu vermeiden. Die Maßnahmen müssen zur tatsächlichen Besucherzahl passen – sonst reichen sie im Ernstfall nicht.

  4. Kein Abbruchszenario

    Was passiert bei Unwetter, Stromausfall oder Panik? Ohne klare Abbruchkriterien stehst du im Ernstfall hilflos da.

  5. Verantwortlichkeiten unklar

    Wer entscheidet was? Ohne klares Organigramm mit Erreichbarkeiten funktioniert im Notfall nichts.

Häufige Fragen zum Sicherheitskonzept

Wer erstellt das Sicherheitskonzept?
Verantwortlich ist der Veranstalter. Bei größeren oder risikoreichen Events lohnt sich ein erfahrener Sicherheitsplaner. Bei kleineren Events kannst du es oft selbst erstellen – frag beim Ordnungsamt nach, was erwartet wird.
Muss das Konzept genehmigt werden?
Bei genehmigungspflichtigen Veranstaltungen prüfen in der Regel Ordnungsamt und Feuerwehr das Konzept, oft mit Rückfragen. Reiche es deshalb frühzeitig ein – wie früh, sagt dir die zuständige Behörde.
Wie viele Ordner brauche ich?
Wie viele Exemplare die Behörde braucht, erfährst du dort. Vor Ort sollten alle Verantwortlichen (z. B. Veranstaltungsleitung, Sicherheitsdienst, Sanitätsdienst) Zugriff haben – am besten auch ausgedruckt, falls Akku oder Netz ausfallen.
Was kostet ein professionelles Sicherheitskonzept?
Selbst erstellt kostet es vor allem Zeit. Bei einem professionell erstellten Konzept hängt der Preis stark von Größe und Risiko des Events ab – hol am besten mehrere Angebote ein.
Gilt das Konzept auch für wiederkehrende Events?
Grundsätzlich ja, aber prüfe es vor jeder Veranstaltung. Änderungen am Gelände, neue Auflagen oder veränderte Besucherzahlen erfordern eine Überarbeitung.
Warum muss ich eine E-Mail-Adresse angeben?
Die Vorlage und die Checkliste sind kostenlos. Wir speichern die Adresse nur, um dir die Downloads bereitzustellen – kein Newsletter, keine Weitergabe an Dritte. Du kannst die Löschung jederzeit verlangen; die Gliederung im Artikel oben kannst du auch ohne Angabe kopieren.

Serie: Event organisieren – Schritt für Schritt

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